Band-unterstütztes Training



Dass Sport und körperliche Aktivität zahlreiche schützende (präventive) und heilende (rehabilitative) Wirkungen auf den menschlichen Körper haben, ist eine Erkenntnis, welche bereits in der griechischen Antike als Weisheit an den Philosophieschulen Platons und Aristoteles gelehrt wurden. Viele Menschen gehen heute zum Fitnesstraining in ein Sportstudio, um die dort vorhandene Trainingsinfrastruktur nutzen zu können und sich Bewegung und Ablenkung zu verschaffen. Dort findet das Training oftmals an Geräten statt, deren Anschaffung vielen privat als überteuert und zu viel Platz einnehmend erscheint. Dabei darf berechtigterweise die Frage gestellt werden, wieso es nötig sein sollte, sportlichen Übungen ausschließlich an schweren und sperrigen Geräten nachzugehen, um sich kräftiger, fitter und leichter zu fühlen und die eigene Körperstabilität und -koordination zu stärken?

Um sich einer Antwort auf diese Frage anzunähern, soll im Folgenden detaillierter auf das sogenannte Bandunterstützte Training (BuT) als Alternative zum Training an konventionellen Fitnessmaschinen eingegangen werden.

Warum sprechen wir von einem Band-unterstützten Training?

Wenn wir über das Thema Bandunterstütztes Training (BuT) sprechen, könnte die Frage aufkommen, wieso wir diese Trainingsart als unterstützend bezeichnen, wo andere Trainingsmethoden und -geräte immer wieder den Widerstand (resistance) betonen und ausschließlich das Widerstandstraining als die ultimative Grundlage des Trainings erwähnen. Diese Frage ist zweifellos berechtigt und es soll im Folgenden dargelegt werden, wieso das Training mit sogenannten „Fitnessbändern“ auf zwei Arten unterstützend wirken kann, wenn es sich richtig ausgeführt wird.

Zum einen ist es so, dass ein Fitnessband die Trainierenden in der gleichen Art und Weise beim Trainieren unterstützt wie jedes andere Hilfsmittel dies auch in Abhängigkeit von den jeweiligen Übungen leistet. Rein als Sportgerät betrachtet dient es als Hilfsmittel zum Ausführen einer sportlichen Übung.

Training mit dem Fitnessband

Zum anderen besitzt ein Band aber Eigenschaften, die das Training im Vergleich zu konventionellen Fitnessgeräten um ein Vielfaches individualisierbarer machen. Dies liegt darin begründet, dass Bänder nicht nur genutzt werden können, um das Training intensiver und anstrengender zu gestalten. Bänder können mit ihrem Zugverhalten auch dazu genutzt werden, um das Training selbst einfacher und weniger beanspruchend zu gestalten; und dies gilt für verschiedenste Übungen (wie z.B. Liegestütze, Klimmzüge oder einbeinige Kniebeuge). Dementsprechend kann die Belastungsintensität mittels BuT sowohl verringert als auch erhöht werden, was gerade auch den Einsatz im therapeutischen Bereich unterstützt.

Aber nicht nur der Kraftaufwand pro Bewegungseinheit kann reguliert werden, sondern auch die Bewegungsgeschwindigkeit lässt sich über das Band-unterstützte Beschleunigen und Abbremsen modu-lieren.

Zudem lässt sich die zusammenziehende (konzentrische) Phase des Zugverhaltens für exzentrische Übungen nutzen, welche nach neuesten Erkenntnissen ja einen vergleichsweise hohen Kraftzuwachs versprechen. Das gleich gilt natürlich auch andersrum: wenn man das Band dehnend (exzentrisch) nutzt, führt man i.A. konzentrische Übungen aus.

Vorteile eines Band-unterstützten Training gegenüber konventionellem Hanteltraining

Aus diesem speziellen Verhalten des Bandes bei Beanspruchung und Entlastung ergeben sich diverse Vorteile eines BuT gegenüber einem konventionellen Training mit Maschinen und Gewichten.

Zunächst ist es so, dass der aufsteigende und absteigende Widerstand bei Dehnung und Entspannung des Fitnessbandes den Trainingswiderstand (workload) verstärkt, je weiter die Dehnung erfolgt, sodass sich letztenendes eine maximale, individualisierte Trainingsbelastung für die Sportlerinnen und Sportler ergibt. Demgegenüber steigt der workload beim Training mit freien Gewichten nur etwa bis zur Mitte der Trainingsbewegung an.

Weiterhin ist es so, dass das Verhältnis von workload zu Gewicht etwa linear ist, während sich für das Training mit Bändern exponentielle Intensitätszusammenhänge ergeben. Diese resultieren in Kraft- und Beschleunigungskurven, die viel eher den Abläufen natürlicher Körperbewegungen entsprechen.

Da die Bänder helfen, die Belastung anatomisch und biomechanisch angepasst auszuüben, sind Übungen mit Fitnessbändern wesentlich gelenkschonender als mit konventionellen Geräten und Gewichten. Dieser Effekt wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass das BuT sowohl synchron als auch diachron in allen Raumrichtungen erfolgen kann (sogenanntes multivektorielles Training).

Darüber hinaus sind Fitnessbänder im Vergleich zu beispielsweise einer Hantelbank für eine ungleich größere Zahl an Übungen einsetzbar, was die Individualisierbarkeit des Fitnesstrainings weiter steigert, damit schlussendlich auch alle Komponenten der individuellen Fitness und Gesundheit dem Bedarf entsprechend trainiert werden können.

Auch führt das BuT viel eher dazu, dass die Trainierenden ihren Körper als ganzheitliche Funktions-einheit begreifen, da zur Bewegungskontrolle auch Ressourcen der Bewegungsflexibilität und Koordinationsfähigkeit mobilisiert werden müssen, sodass das BuT hier einen ganzheitlich-integrierenden Ansatz darstellt.

Gegenüber einem reinen Widerstandstraining unterscheidet sich das BuT maßgeblich dadurch, dass es sich um ein funktionelles Training handelt. Diese Trainingsform hat ihren Ursprung in den 1990er-Jahren, als man damit begann, die Leistungsfähigkeit einzelner Muskeln und Gelenke nicht mehr isoliert zu betrachten, sondern Bewegungsabläufe als ein Resultat des Zusammenwirkens verschiedener Muskelgruppen, Gelenke, Sehnen und Bänder zu verstehen. Das Ziel besteht diesem Verständnis folgend darin, nicht den Muskel zu trainieren, sondern die Bewegungsqualität zu verbessern, wobei die Tatsache, dass der Muskel dabei mittrainiert wird, eher als sekundärer Effekt verstanden werden kann. In diesem Zusammenhang steht funktionales Training also für zweckmäßiges Training. Durch das BuT werden nicht einzelne Muskeln beansprucht und traininert, sondern sogenannte „Muskelketten und –schlingen“.

Dies hat insbesondere Einfluss darauf, wie die entsprechenden Funktionalitäten im Alltag umgesetzt werden. Insofern trägt eine Steigerung der Bewegungsqualität dazu bei, Bewegungen sicherer und ökonomischer auszuführen, was bis in das hohe Alter eine Rolle spielt, wenn es beispielsweise um die Sturzprävention bei Senioren geht.

Die Stärkung der Bewegungsqualität wird auch dadurch vermittelt, dass im BuT die stärkste Belastung dort ausgeübt wird, wo die neuromuskuläre Struktur am schwächsten ausgeprägt ist, nämlich am En-de eines Bewegungsablaufs. So ist das BuT auch als neuromuskuläres Training zu verstehen.

Im Gegensatz zu konventionellen Gerätetraining (einige Zuggeräte ausgenommen) kann ein BuT auch rein horizontal wirkende Belastungen vermitteln, da es gravitationsunabhängig ist (Erdanziehung spielt keine Rolle). Währenddessen beim klassischen Hanteltraining ausschließlich mit vertikalen, schwerkraft-orientierten Belastungsrichtungen gearbeitet werden kann.

Zusätzlich bietet das BuT über die Wahl der Griffweite des Bands (Distanz zwischen Fixierung und Haltepunkt) und/oder der Entfernung von der Körpermitte die Möglichkeit, das Training leichter (Re-gression) oder schwerer (Progression) zu gestalten. Dabei gilt, dass je weiter das Band gegriffen wird und je näher am Körper geübt wird, desto leichter ist die entsprechende Übung.

Vorteile einesBand-unterstützten Training im Hinblick auf die Verwendung

Die Vorteile eines BuT beschränken sich jedoch nicht auf sportmedizinische Aspekte sowie die schon angesprochene Individualisierbarkeit. Mit Fitnessbändern ist es möglich, zu jeder Zeit und an jedem Ort zu trainieren, wenn dies gewünscht ist. Die Bänder selbst beanspruchen kaum Platz und sind gewichtssparend; und auch die Übungen mit den Bändern können auf kleinstem Raum ausgeführt werden.

Im Vergleich zum Monatsbeitrag in einem Fitnessstudio kosten Fitnessbänder nur einen Bruchteil, was ein starker ökonomischer Vorteil ist.

Nicht zuletzt sollten die Trainierenden auch bedenken, dass es eine starke Eigenmotivation sein kann, wenn sie in der Lage sind, ihr Fitnessgerät überall mit hinzunehmen und zu trainieren: Wo Raum zum Trainieren vorhanden ist, gibt es keinen Platz mehr für Ausreden, dies nicht zu tun!

Grenzen des Band-unterstützten Training

Wie jede andere Trainingsmethode auch, hat auch das BuT gewisse Grenzen, deren Lage sich danach richtet, was das individuelle Trainingsziel der Sportlerinnen und Sportler ist. So wurde bereits angesprochen, dass das BuT einen ganzheitlichen Fitnessansatz darstellt, der eine Beanspruchung des ganzen Körpers vorsieht. Demnach ist der Aufbau größerer Muskelmassen mit einem BuT allein nicht zu leisten; falls dies das Trainingsziel ist, sollte BuT mit anderen Ansätzen kombiniert werden.

Weiterhin ist es schwierig, die im Rahmen eines BuT ausgeübten Kräfte und Beschleunigungen zu quantifizieren, sodass eine absoluten Trainingsintensität nicht quantifizierbar ist. Diese Tatsache dürf-te jedoch für viele Freizeitsportlerinnen und -sportler zu vernachlässigen sein.

Es kann davon ausgegangen werden, dass diese sich eher für die Nachhaltigkeit ihrer Anschaffung interessieren und diesbezüglich muss klar gesagt werden, dass Fitnessbänder reißen beziehungsweise kaputt gehen können. Dieser Umstand hängt aber sehr stark von der Auswahl des Materials und dessen Verarbeitung ab, da auf diesem Weg große Qualitätsunterschiede zustande kommen.

Bei der Herstellung unserer FLEXVIT-Bänder hatten wir alle diese Vorteile eine Band-unterstützten Trainings im Blick und achten bei der Herstellung auf die Qualität der Materialien sowie auf eine lokale und nachhaltige Produktion.

Autor: Tim Hüfner, Entwickler der FLEXVIT-Bänder und Geschäftsführer der Flexible Sports GmbH

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